Einspeisevergütungs-Programms Entwurf in Polen

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© Smileus – Fotolia.com

In Polen steht ein möglicherweise bahnbrechender Wandel in der Energiepolitik bevor. Das polnische Wirtschaftsministerium stellte am 13. August 2012 den Entwurf eines neuen Förderprogramms für Erneuerbare Energien vor. Danach will das große östliche Nachbarland von Deutschland ebenfalls auf eine Einspeisevergütung orientieren und vom bisher geltenden Quotensystem abrücken. Der Entwurf gilt nicht nur für die solare Stromerzeugung, sondern bezieht auch Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Biogas und Biomasse sowie Wellen- und Gezeitenkraftwerke mit ein. Weitere Hebel der Förderung sollen die Befreiung von der Verbrauchssteuer und ein beschleunigter Netzzugang für kleine Anlagenbetreiber sein.

Diese Wende kommt umso überraschender, als sich Polen noch im Juni 2012 bei der Rio+20-Konferenz gegen eine größere Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft seines Landes ausgesprochen hatte.

Anpassung an die Europäische Gemeinschaft

Polen hat nach dem Ende der Sowjet-Herrschaft sehr schnell wieder seine alte Bindung an die USA hergestellt und galt bislang als Musterbeispiel für neoliberale Wirtschaftsreformen. Im Bereich der Erneuerbaren Energien verhielt man sich eher konservativ und setzte auf handelbare Grünstrom-Zertifikate, mit denen immerhin auch ein Anteil von 10 % an der polnischen Stromerzeugung sicher gestellt werden konnte. Die Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen, die in Polen traditionell ausgeprägt ist, wurde damit nicht beseitigt. Es entstand lediglich eine Art Kooperation, indem den fossilen Brennträgern nun Biomasse zur Verbrennung beigegeben wurde. Diese Art Co-Feuerung soll nach dem neuen Gesetzentwurf nur noch 5 Jahre möglich sein.

Denn Polen ist als EU-Mitglied in der Pflicht, seine Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren und den Anteil der Erneuerbaren Energien konform zu den anderen Mitgliedsländern zu entwickeln. Bis 2020 soll dieser nun auf 15,5 % ausgebaut werden.

Zum Vergleich: Deutschland liegt derzeit bei ca. 25 % Anteil Erneuerbarer Energien und sieht allein schon für den Solarstrom 2020 einen Anteil von 8 % vor.

Photovoltaik-Boom in Polen?

Nach Angaben des stellvertretenden polnischen Wirtschaftsministers Mieczysław Kasprzak soll der Netzanschluss von Solar-Anlagen beschleunigt erfolgen. Als Vergütungssatz für jede in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde sind 27 Cent vorgesehen, der für alle Anlagen bis 100 kW Geltung hat. Die Förderung soll 15 Jahre garantiert und aller drei Jahre überprüft werden. Das gesamte Gesetzespaket wird frühestens 2013 in Kraft treten. Während die Förderdauer deutlich unter den Beispielmodellen aus der EU liegt, scheint sich die Regierung sich bei der Absenkung des Fördersatzes angesichts der geringen Kapazitäten viel Zeit zu lassen. Wenn der Netzzugang allerdings wirklich zügig gewährleistet wird, könnte der weltweite Solar-Boom auch in Polen für rasante Zuwächse sorgen, die dann den Planungen der Regierung um Einiges voraus sein würden.

One Response to “Einspeisevergütungs-Programms Entwurf in Polen”

  1. Förderung erneuerbarer Energien in Polen: Neues EEG bis Ende März Says:

    […] Energien mehr Aufmerksamkeit. Das bis dahin allein gültige Quotenmodell für grünen Strom wurde um die Einspeisevergütung für solar erzeugten Strom ergänzt. Allerdings sind die Vorschläge des Wirtschaftsministeriums noch längst nicht in […]

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