Griechenland kürzt Einspeisevergütung

Photovoltaikanlage

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Griechenland muss für den Euro sparen; radikale Einschnitte bei den Staatsausgaben sind also an der Tagesordnung. Ein Problem aber ist nicht speziell „griechisch“, sondern tritt auch in den meisten anderen EU-Staaten auf: das Defizit bei der Solarförderung, die sich in der Regel am deutschen EEG-Modell orientiert.

Durch den ungebremsten Ausbau der Solarstromkapazitäten übersteigen die Zahlungen für die Einspeisung des selbst erzeugten Stroms die Einnahmen. Eine Radikallösung wie in Griechenland würde andernorts aber wohl kaum akzeptiert werden: 44 % Kürzung und das auch noch rückwirkend zum 1. Februar 2013.

Rasanter Solarstrom-Zuwachs in Griechenland

2009 erst war Griechenland gestartet, um die hervorragenden Sonneneinstrahlungsbedingungen im östlichen Mittelmeerraum für die Erzeugung alternativer Energie zu nutzen. 30.000 MW Kapazität, so viel, wie Deutschland als größter Photovoltaikmarkt der Welt heute schon aufweist, wollte man bis 2020 schaffen. Aber schon nach 4 Jahren hat Griechenland die Hälfte der Zielsetzung erreicht, und die eilends auf 22.000 MW reduzierte Gesamtkapazität wird nach Lage der Dinge wohl schon 2015 realisiert sein. Das Förder-Defizit ist entsprechend groß, denn die kontinuierliche Degression der Einspeisevergütung sollte ursprünglich erst zu diesem Zeitpunkt beginnen.

Drastische Kürzungen schon im August 2012

Die bisherigen Kürzungen fielen wesentlich härter aus. Denn natürlich hat das das griechische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel schon längst auf den überdurchschnittlichen Anstieg der Solarkapazitäten reagiert. Die Einspeisevergütung von 40 Cent pro kWh, mit denen das griechische Solarprogramm gestartet war, betrug im August 2012 schon nur noch 25 Cent für Dach-Anlagen und 18 Cent für Freiflächenanlagen über 100 kW Leistung. Mit der aktuellen Kürzung hat sich die Einspeisevergütung für selbst erzeugten Solarstrom in Griechenland innerhalb von 8 Monaten fast um zwei Drittel verringert.

Die neuen Tarife

Für alle Anlagen, die nach den 1. Februar 2013 installiert wurden, gelten nun neue Tarife. Netzgekoppelte Freiflächenanlagen mit weniger als 100 kW erhalten einen Vergütungssatz von 9,5 Cent pro kWh, Anlagen mit größerer Kapazität erhalten im Vergleich dazu geradezu „üppige“ 12 Cent pro kWh. Diesen Wert erreichen Auf-Dach-Anlagen erst 2014. Bis dahin können sie noch mit 12,5 Cent pro kWh rechnen.

Am Stichtag 1. Februar 2014 fallen auch die Vergütungssätze für Freiflächen-Anlagen noch einmal um 0,5 Cent. Welche Degression dann ab 2015 gelten soll, ist noch völlig offen.

In jedem Fall haben diese restriktiven Maßnahmen für weitere krasse Differenzen in Griechenland gesorgt. Wer noch bis Januar 2012 in eine griechische Solaranlage investierte, hat für die nächsten 20 Jahre eine komfortablen Vergütung garantiert. Ein reichliches Jahr später ist aus der lukrativen Geldanlage eine gerade noch tragende energetische Selbstversorgung geworden.

0 Antworten zu “Griechenland kürzt Einspeisevergütung”

  1. […] Fördertöpfe der Regierung. Aktuell soll sich das Defizit bereits 300 Millionen Euro belaufen. Die Notbremse wurde von der Regierung nach dem 1. Quartal 2013 gezogen, als innerhalb von drei Monaten fast 800 Megawatt Photovoltaik-Leistung an das öffentliche Netz […]

  2. […] das innergriechische Solarprogramm, das seit 2009 großer Erfolge feierte, wurde 2013 durch eine Kürzung der Einspeisevergütung abgewürgt. Der griechische Solareinspeisungszuwachs lag 2012 bei 890 MW, 2013 sogar bei 1047 MW. […]

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