Photovoltaik-Vergütung in der Schweiz: Nochmal bis zu 22 Prozent Kürzungen

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Flag_of_Switzerland.svgSeit sich die Solarstromproduktion 2013 in der Schweiz fast verdoppelt hat, muss sich auch das Alpenland mit den Folgen des Solarbooms auseinandersetzen. Zwar fallen die Dimensionen mit nur einem Vierzigstel installierter Anlagen und nicht einmal 1.000 Megawatt Gesamtleistung im Verhältnis zu Deutschland erheblich geringer aus, aber für die klug kalkulierenden Schweizer ist jedes Defizit ein Ärgernis.

Die bisherigen Versuche, das Missverhältnis zwischen Kosten und Fördergeldern möglichst moderat zu beheben, sind nun offensichtlich auf Grund des anhaltenden Kapazitätszubaus gescheitert. Der Schweizer Bundesrat steht nach nur vier Monaten erneut vor der Revision der Nationalen Energieverordnung.

Radikaler Schnitt bei der KEV befürchtet

Mit der Absenkung der KEV (kostendeckende Einspeisevergütung) auf umgerechnet 14 bis 25 Cent pro Kilowattstunde und der Verkürzung des Garantiezeitraums der Zahlung auf 20 Jahre zum Jahresbeginn 2014 sowie einem alternativen Investitionszuschuss von 30 % für Neuanlagen, der die Warteliste von 30.000 Interessenten abbauen sollte, hat die Schweiz den erhoffte Befreiungsschlag in Sachen Photovoltaik nicht geschafft. Der Bundesverband der Schweizer Solarbranche Swissolar veröffentlichte am 9. Juli 2014 eine Erklärung, wonach von Seiten der Regierung eine weitere Kürzung der KEV bis zu 22 Prozent vorgesehen ist. Zudem soll es Einschränkungen bei der Art der Anlagen geben, die gefördert werden. Im Gespräch ist ein Referenz-Modell, das auf dem Billig-Angebot der asiatischen Marktführer für Photovoltaik-Module beruht. Beides kann nach Ansicht von Swissolar nicht hingenommen werden und gefährde die Qualität und die Sicherheit des Solarausbaus in der Schweiz.

Warnung von Swissolar ist Teil des Meinungsbildungsprozesses

Noch liegen diese Vorschläge nicht auf dem Tisch des Bundesrats, aber sie stehen im Vorentwurf der Kommission, die der Vernehmlassung zur Frage der alternativen Energien vorgestanden hat. Die Vernehmlassung ist ein traditionelles eidgenössisches Demokratie-Element, mit dem die Kantone, die politischen Parteien und die Verbände, die für das jeweilige Thema zuständig sind, an der Vorbereitung von Verfassungsänderungen, neuen Gesetzen, wichtigen völkerrechtlichen Verträgen oder Vorhaben von nationalem Interesse beteiligt werden. Durch das Ziel, Fachleute und Experten aus dem ganzen Land in die Willensbildung einzubeziehen, ist auch Swissolar über den Vorentwurf und den erläuternden Bericht dazu informiert.

Nach eigenen Angaben würde der Verband einer moderaten Erhöhung von 2 bis 8 Prozent zustimmen. Die Höchstgrenze müsse jedoch die hohen Messkosten der Verbraucher berücksichtigen, die in der Schweiz durchschnittlich jährlich etwa 600 CHF betragen. Auch die Vorteile der sinkenden Modulpreise seien ausgereizt. Mit der Kürzung der KEV könnten die Betreiber ihre Investition in den Solarstrom nicht mehr refinanzieren. Zudem gäbe es nur noch wenige Dachflächen, die leicht mit Solarmodulen zu bestücken wären. Künftig werden auch die Kosten für die Montage steigen. Billigmodule als Referenzobjekte lehnt Swissolar schon deswegen ab, weil es keinen gesetzlichen Auftrag zu einer Dumpingpreis-Politik gibt.

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