Photovoltaik-Probleme in Frankreich

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Solarzellen und Werkzeug

Bild: © visdia – Fotolia.com

Frankreichs Bemühungen um die Entwicklung der Photovoltaik sind seit jeher von widersprüchlichen Positionen geprägt. 2007 legte die „Grande Nation“ ein ehrgeiziges Solar-Paket auf; 2012 verordnete sich das Land eine Energiewende zu Lasten der Atomenergie, aber auch zu Lasten der Photovoltaik. Die Einspeisevergütung für Solarstrom wechselte ständig und sank. Seither sind die Zuwächse im Solar-Bereich rückläufig.

Nach den neuesten Zahlen der Commission de régulation de l’énergie (CRE) musste der französische Photovoltaik-Markt im zweiten Quartal 2014 einen dramatischen Einbruch hinnehmen.

Der französische Solar-Hauptbereich wankt

83 % weniger installierte Solarstrom-Anlagen ab 36 kWp im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind in der Tat eine desaströse Entwicklung. Zudem waren bereits vor Jahresfrist die Zubauraten sinkend. Aktuell 40 % Verlust bei den Privatanlagen mögen an die deutschen Verhältnisse erinnern – aber die Verhältnisse auf dem französischen Solarmarkt sind vollkommen andere. Dort wird die Energiewende nicht von Hunderttausenden kleinen Anlagen bis 10 kWp getragen, sondern von Solarprojekten ab 250 kWp. Diese machen mehr als die Hälfte der installierten Solar-Leistung aus. 75 % der Photovoltaikanlagen in Frankreich weisen eine Kapazität von 36 kWp und mehr aus. Diese Projekte, mit denen Frankreich relativ schnell auf 4 GW landesweit installierte Solarleistung kam, gerieten mit den seit 2012 verordneten Kürzungen der Einspeisetarife ins Stocken und drohen nun ganz auszusetzen. Die nationale Solarkapazität beträgt derzeit etwa 4,6 GW – das ist gerade einmal etwas mehr als 12 % der deutschen Photovoltaik-Gesamtleistung. Der französische Solar-Verband Enerplan beklagt nicht nur die bitteren Ergebnisse der letzten Quartale, sondern auch die Rücknahme der Ausbauziele. In den nächsten Jahren werde die Solarleistung in Frankreich nicht einmal 6 GW übersteigen.

Die Kürzung der Einspeisevergütung vom März 2014

Auslöser der rasanten Beschleunigung der französischen Solar-Talfahrt war die Festsetzung der neuen Einspeisetarife durch die Regierung im März 2014. Zwar hört sich der Spitzensatz von 29 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde in deutschen Ohren komfortabel an, aber dieser gilt nur für Solar-Anlagen, die in die Fassade eines Gebäudes integriert sind. Das Gros der Privatbetreiber muss mittlerweile mit ebenso niedrigen Einspeisetarifen leben wie die deutschen Solar-Kollegen: Die Vergütungen liegen zwischen 14 und 15 Cent pro kWh. Für die großen Freiflächen-Anlagen aber bedeuteten die Beschlüsse fast schon das komplette Aus bei Neuinstallationen. Entsprechende Anlagen erhalten künftig nur noch 7 Cent pro Kwh.

Wie groß die Diskrepanz zu den Solar-Investitionen der vergangenen Jahre ist, zeigt das Renommier-Projekt von Frankreichs Elektrizitätsmulti „Electricité de France“ (EDF) in Elsass-Lothringen. Hier hat der Betreiber von 58 Atomkraftwerken im Jahr 2011 ein Solarkraftwerk auf 367 Hektar Land mit 115 MW Leistung installiert und kassiert dafür auf 22 Jahre mehr als 30 Cent pro kWh.

Mit den geschwundenen Renditen wird der Anteil des Solarstroms im französischen Strom-Mix wohl kaum 1 % überschreiten.

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