Solaranlagen in Italien: Trotz rückwirkender Kürzung der Einspeisevergütung noch interessant

Your ads will be inserted here by

Easy Plugin for AdSense.

Please go to the plugin admin page to
Paste your ad code OR
Suppress this ad slot.

solar panel

Bild © Ingo Bartussek – Fotolia.com

Seit dem Auslaufen des Conto Energia geht Italien neue Wege in der Solarförderung. Dabei macht die Regierung Conti auch vor dem Bestandsschutz nicht Halt. Es kommt ihr allerdings zugute, dass im Süden Italiens, der bis zu 70 % höhere Einstrahlungswerte als Solarstandorte nördlich der Alpen verzeichnen kann, praktisch die Marktparität von Solarstrom erreicht ist.

Anfang August haben der Senat und das Parlament nun mit großer Mehrheit beschlossen, die Einspeisevergütung für gewerbliche Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität über 200 Kilowatt rückwirkend zu kürzen. Zwar belastet diese Regelung viele Anlagenbetreiber, sorgt im Gegenzug aber auch für einen Boom auf dem Zweitmarkt.

Die neuen Regelungen

Die Einsparungen für die Gestore Servizi Energetici (GSE), der Fachbehörde des italienischen Wirtschaft- und Finanzministeriums, sollen vor allem über die Veränderungen der Laufzeiten mit prozentualer Mehrbelastung nach Anlagenkapazität zustande kommen.

Während es für ab 2013 installierte PVA in Italien eine Kombination aus Steuervergünstigung und Markthilfe gilt, sieht das neue Gesetz vor, Bestandsanlagen über 200 kWp Nennleistung nur noch 90 % des Ertrags zu vergüten. Für die Berechnung wird zudem der prognostizierte Jahresertrag zugrunde gelegt, für den monatlich konstante Abschlagszahlungen erfolgen. Die Endabrechnung für das vorangegangene Jahr erfolgt dann im Juni des Folgejahres. Damit hat sich die Regierung sogar noch einen kleinen Beitrag zur Konsolidierung des Staatshaushaltes gesichert.

Zwei Optionen für gewerbliche Anlagen

Bis zum 30. November 2014 müssen die Betreiber der entsprechenden PVA die Entscheidung treffen, nach welchem Modell sie ab dem 1. Januar 2015 behandelt werden sollen. Behalten sie die Laufzeit von 20 Jahren bei, wird ihre Vergütung wie folgt gekürzt:

  • 6% für Anlagen über 200 und bis 500 kW
  • 7% für Anlagen über 500 und bis 900 kW
  • 8% für Anlagen über 900 kW

Für Anlagenbetreiber, die ihre Entscheidung nicht fristgemäß einreichen, wird dieses Verfahren generell angewandt.
Bei einer Laufzeit von 24 Jahren wird die Gesamtvergütung zwar beibehalten, aber eben auch über die Restlaufzeit gestreckt. Die Gesamtzahlung bleibt in etwa gleich. Wenn die Laufzeit einer Anlage erhöht werden soll, müssen die Behörden dies genehmigen.

Kleine Hilfe für Betreiber

Als Ausgleich zu den Kürzungen hat die Regierung Finanzierungshilfen über die Cassa Depositi e Prestiti SpA vorgesehen.

Jeder Anlagenbetreiber hat die Möglichkeit, seine Restansprüche aus dem Conto Energia an eine Finanzierungsgesellschaft zu verkaufen, jedenfalls bis zu einer Höhe von 80 Prozent. Diese einmalige Abfindung soll über Ausschreibungen und entsprechende Gebote realisiert werden. Innerhalb der nächsten drei Monate werden die Ausschreibungsmodelle veröffentlicht.

Die Chancen für Anlagenbetreiber, die durch das neue Gesetz in Finanzierungsnöte gekommen sind, stehen nicht schlecht: Milk the sun, die weltweit größte Zweitmarktbörse für PVA, verzeichnet schon jetzt reges Interesse. Ohne Rückforderungsansprüche des Staates bleibt Solarstrom in Italien weiter interessant.

Schlagwörter:

Leave a Reply