Grüne fordern Korrektur am EEG

eine Solaranlage auf einem Wohnhausdach

Bild © hadot – Fotolia.com

Die zum 1. August 2014 in Kraft getretene EEG-Novelle hat Neuerungen gebracht, an die sich Photovoltaikanlagen-Betreiber erst einmal gewöhnen müssen. Anteilige EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch, Bestandsschutz, Neuanlagen-Vergütung, Degressionssenkung, Grünstromvermarktung und Vermarktungsmodelle schlechthin – die Bearbeitung des gesamten Feldes der erneuerbaren Energien erscheint nun in einem anderen Licht.

Den meisten PVA-Betreibern hat es der Gesetzgeber leicht gemacht – mit der Bagatellgrenze für Anlagen bis zu einer Kapazität von 10 kWp ändert sich faktisch nichts. Aber wer größere oder kombinierte Anlagen betreibt, muss seine Verfahren ändern und neu kalkulieren.

Kleiner Fehler mit großer Wirkung?

Schlecht, wenn sich dann im Gesetz selbst eine Lücke auftut. Die Bundesregierung wollte mit der Gesetzesänderung u.a. die „verpflichtende Direktvermarktung“ einführen. Dafür müssen dann aber auch klare Regeln vorhanden sein. Damit der selbst erzeugte Strom anteilig in verschiedenen Veräußerungsformen vermarktet werden kann, hat die Bundesregierung kurz vor der Verabschiedung der EEG-Novelle noch die entsprechenden Möglichkeiten benannt. Nach Ansicht der Grünen wurde dabei ein Passus übersehen, der den gewünschten Effekt gleich wieder in Frage stellt. Es handelt sich um den Paragrafen 25 der Novelle, der sich mit den Gründen für die Aussetzung der Förderung beschäftigt. Denn unter „Förderung“ definiert der § 20 ausdrücklich nicht mehr nur die Einspeisevergütung, sondern auch die „geförderte Direktvermarktung“. Im § 23 wird die Höhe dieser Förderung definiert. Zwei Absätze weiter aber wird diese Förderung wieder aberkannt, wenn der selbst erzeugte Strom aus mindestens zwei Anlagen „über eine gemeinsame Messeinrichtung abgerechnet wird“. Laut noch bestehender Vorschrift muss dann der gesamte Strom aus dieser Messeinrichtung direkt vermarktet werden oder für die Einspeisevergütung geltend gemacht werden. „Anteilig“ hört sich anders an.

Vermarktung durch Förderung stärken

Den kompletten Satz 3 des § 25 der EEG Novelle wollen die Grünen also gestrichen sehen, damit auch die anteilige Direktvermarktung gefördert werden kann. Der Sinn der Maßnahme ist klar, denn die PVA-Betreiber haben genug mit den neuen Vermarktungsmodellen zu tun, als dass sie noch die Grauzonen der Gesetzesformulierung „ausbaden“ könnten. Das „Betrifft-Zeichen“ ist wiederum bei den Anlagen über 10 kWp angesiedelt, denn kein Betreiber, der Solarstrom im größeren Stil erzeugt, kombiniert -zig kleine Anlagen. Die Rentabilität steigt mit der Größe – und das bezieht sich auch auf die Förderung der Vermarktung. Wer mit kWh-Zahlen oberhalb von 100 hantiert, für den sind auch die 0,4 Cent Förderung pro kWh für den Mehraufwand im Marketing eine wichtige Größe. Diese Förderung gibt es zusätzlich zur Marktprämie, mit der die Differenz zum Preis an der Börse ausgeglichen werden soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.