Einspeisevergütung in Polen: Gesetz über die Förderung verabschiedet

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Bild © Thomas Kleber – Fotolia.com

Lange hat es gedauert, bis Polen die Solarförderung eingeführt hat. Bislang beschränkte man sich bei der Förderung der alternativen Energien auf Biomasse, die traditionell einen hohen Stellenwert im Lande hat. Der größte Teil davon jedoch kommt als Co-Feuerung in Kohlekraftwerken zum Einsatz, die 90 % des polnischen Strombedarfs decken. Nach 10 Jahren EU-Mitgliedschaft aber hat die polnische Regierung endlich dem Drängen aus Brüssel nach mehr Energiewende nahgegeben. Die Zeit wird knapp, um den von der EU geforderten Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 15 % am nationalen Strommix bis 2020 zu erreichen.

Solarförderung für 800 MW pro Jahr

Vorbild für die polnische Solarförderung ist – wie auch in vielen Ländern schon vorher – das deutsche Gesetz zu den Erneuerbaren Energien. Während das Prinzip der Einspeisevergütung hierzulande bereits ein Auslaufmodell ist, wird es in unserem östlichen Nachbarland gerade erst installiert. Allerdings haben die Polen aus dem Dilemma anderer europäischer Länder, denen der Solarboom aus dem Ruder lief, gelernt. So wurde die jährliche Zubaukapazität auf 800 MW pro Jahr begrenzt. Zudem gilt die Einspeisevergütung nur für Anlagen bis 10 kWp. Die Garantiezeit der Zahlung beträgt nur 15 Jahre. Der polnische Senat hätte am liebsten auch gleich noch Regelungen für den Eigenverbrauch im neuen Gesetzt mit untergebracht, wurde aber vom Parlament überstimmt.

Abgesichert ist die Regierung in jedem Fall. Da gleichzeitig die Ausschreibung für große Solarparks auf das Jahr 2035 begrenzt wurde, ist der Höhepunkt der polnischen Solarförderung zum Jahr 2020 zu erwarten – die punktgenaue EU-Landung ist also programmiert. Die kleinen Anlagen bis 10 kWp werden dann allein schon ein Leistungsvolumen von mehr als 5 MW erreicht haben. Das ist fast das Dreifache des aktuellen Solar-Gesamtstandes.

Einspeisetarif über dem Strompreis

Um die polnischen Bürger dafür zu begeistern, wurde die Einpeisevergütung recht attraktiv ausgelegt. Mit 65 Groszy pro kWh (das sind umgerechnet 17,3 Cent) für Anlagen bis 3 kWp und 55 Groszy für Anlagen von 3 bis 10 kWp (rund 15 Cent) liegen die Vergütungssätze über dem durchschnittlichen Strompreis in Polen. Dieser ist mit 14,2 Cent pro kWh nur etwa halb so hoch wie in Deutschland – da erscheint vielen Hausbesitzern die Investition in Solarstrom nicht ganz so zwingend. Im Gegensatz zu Deutschland ist der polnische Durchschnittsstrompreis von 2013 zu 2014 sogar um 4,4 % gesunken – und das bei absolut vergleichbaren Börsenstrompreisen. Insofern scheint die etwas knappe Kalkulation der polnischen Regierung gerechtfertigt. Schließlich investiert man noch kräftig in Windkraft und Biogas – allerdings auch in die Kernenergie.

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